Myofunktionelle Therapie (MFT)


„„Weichgewebe formt Hartgewebe.“
Prof. Dr. J. Tränkmann, 1997

Die Myofunktionelle Therapie ist ein Muskelfunktionstraining im Mund- und Gesichtsbereich. Mit Übungen, die zwar systematisch angelegt sind, aber auch spielerisch trainiert werden können, wird die Gesichtsmuskulatur aufgebaut und ein harmonisches Gleichgewicht zwischen den inneren und äusseren Muskelgruppen hergestellt.

Ist diese muskuläre Balance nicht intakt, können Fehlfunktionen und damit Formabweichungen, z.B. ein enger, hoher Gaumen oder Kiefer- und Zahnfehlstellungen auftreten. In der Regel korrigiert die Kieferorthopädie Fehlentwicklungen. Für einen bleibenden Erfolg muss jedoch, nebst der kieferorthopädischen Behandlung, ein Umlernen von inkorrekten Bewegungsabläufen im Mundraum stattfinden. Dazu gehören vor allem die korrekte Zungenruhelage (ZRLP) und das physiologische Schlucken, beides Kernkompetenzen einer Myofunktionellen Intervention.

Sprache und Bewegung bilden in der Entwicklung eines Menschen eine untrennbare Einheit. Atmen, Saugen, Kauen, Beissen, Schlucken und Bewegen sind Primärfunktionen. Sie schaffen die Grundlage für die Sprachentwicklung.

Im orofazialen System sind eine beschränkte Anzahl Strukturen für eine Vielzahl von unterschiedlichen Funktionen zuständig. So entsprechen z.B. die Druckpunkte der Zunge beim Schlucken denen der Lautbildung. Treten also bei den Primärfunktionen Störungen auf, dann sind die Sekundärfunktionen (Artikulation und Stimmbildung) unweigerlich mitbetroffen.

Dieses sensible Zusammenspiel auf engstem Raum bildet einerseits die Grundlage für eine gesunde Zahn- und Kieferstellung und andererseits die Voraussetzung für eine intakte Artikulation- und Schluckfunktion.

Von einer Myofunktionellen Störung (MFS) spricht man, wenn Probleme bei den Primärfunktionen auftreten. Das können z.B. sein:

Ziele der Myofunktionellen Therapie

  • Abbau schädlicher Gewohnheiten (Habit)
  • Nasen- und Bauchatmung
  • Körperaufrichtung, verbesserte Körperwahrnehmung und ausgeglichener Körpertonus
  • Korrekte Zungenlage
  • Entspannter Lippenschluss
  • Ausbalancierte Spannung (Eutonus) der gesamten Gesichtsmuskulatur
  • Abbeissen und Kauen mit geschlossenem Mund
  • Physiologisches Schlucken
  • Begleittherapie bei kieferorthopädischen Eingriffen

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